Hans J. Geppert

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Die Menschen in der chinesischen Großstadt wußten schon mehr, die Stadt war abgeriegelt, sie lebten in Quarantäne und riefen auf den Straßen, von Haus zu Haus und Fenster zu Fenster. „Gieß Öl nach“.

Damit sprachen sich die Menschen gegenseitig Mut zu. Denn der chinesische Satz bedeutet: „Halte durch“.

Als ich das kürzlich las, ist mir eine Geschichte eingefallen, in der es auch gut gewesen wäre, einige Menschen hätten Öl nachgegossen. Zehn Frauen, waren das, und die mußten durchhalten, also - im Bild der Chinesen gesprochen - Öl nachgießen.

Bibelleser kennen die Geschichte. Zehn junge Frauen sind zu einer Hochzeit geladen. Sie waren die Trauzeuginnen, und die warteten auf den Bräutigam. Sie sollten ihn begrüßen und mit der Hochzeitsgesellschaft zur Braut führen. Aber der Bräutigam kommt und kommt nicht. Es wird Abend, und die Frauen zünden ihre Öllampen an. Es wird Nacht, und der Bräutigam ist noch immer nicht zu sehen. Da mag die eine der Frauen schon zur anderen gesagt haben: Gieß Öl nach, damit deine Lampe nicht ausgeht. Als der Bräutigam schließlich kam, war fünf der Frauen das Öl tatsächlich ausgegangen.

Vielleicht sollten wir auch mal Öl nachgießen, bei uns selbst und bei anderen. Wir sollten uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, daß es noch dauert, bis alle geimpft sein werden und die sogenannte Herdenimmunität erreicht ist. Oder wir könnten Öl bei den Menschen nachgießen, denen Kraft und Ideen ausgehen, in diesen Coronazeiten durchzuhalten, indem wir ihnen Mut machen.

Eigentlich haben wir Christen ja gelernt zu warten. Und Öl nachzugießen. Die Tage jetzt sind jenseits von Corona solche Wartezeit. Bis Ostern dauert es nämlich noch ein paar Tage.

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Hans J. Geppert