Hans J. Geppert

… Auch eine große Menge berechtigter und überflüssiger Sorgen haben sich einquartiert. Auch angenehme und nicht so gerne gesehene Erfahrungen und Ereignisse sind dabei, die einen gerne beherbergt, die anderen ungern gesehen. Aber sie sind da, und Herz und Seele, Kopf und Geist sind ausgebucht.
„Besetzt“ kann ich über die Zimmer meines Lebens schreiben.
„Besetzt“ stand auch an den Hotelzimmertüren in Bethlehem. Und in den Gasthäusern war es nicht anders, bei den Privatquartieren ebenso. Kein Raum mehr frei, nicht einmal ein Notquartier im Hinterhof.
Und wieder ist Advent, und wieder wird ein Raum gesucht – in den Zimmern meines Lebenshauses und in Kammern meinem Herzen. Jesus soll kommen, aber wo ihn noch unterbringen? Ich lehne ihn nicht ab. Ich bin nicht ungläubig, ich bin sogar religiöse bemüht. Ich würde ihm gerne Platz machen – wie der Wirt von Bethlehem. Aber wo habe ich noch Platz für ihn, und sei es in einem Gemach auf dem Dachboden meiner Seele oder in einem Kabuff im Keller meines Verstandes?
Ich bin voll ausgelastet. Also meine Erlösung in den Stall schicken zu Ochs und Esel?! 
Wie wäre es damit? Ich quartiere die Alltagsroutine aus und lasse Jesus eine WG bilden – mit meinen Verletzungen und Hoffnungen, meinen Enttäuschungen und Sorgen, Freuden und Freunden. Erst einmal bis zum nächsten Jahr. Vielleicht wird das dann sogar ein neues Lebensjahr.

 

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Hans J. Geppert