Hans J. Geppert

... Im Sommer fühle ich mich anders als im Winter. Und im Herbst anders als im Frühling.
Psychologen sagen, dass die Jahreszeiten uns einen guten Lebensrhythmus anbieten und wir unserer Seele Gutes tun, wenn wir uns auf diesen Rhythmus einlassen. Wenn wir – zum Beispiel – einmal darüber nachdenken, dass der Herbst auch in Sinnbild des Alters ist und altern nicht nur eine Last sein muss, sondern auch schön sein kann.
Auch im Alter können wir ernten, jedenfalls dann, wenn die Gesundheit mitspielt und die Rente reicht. Im Alter dürfen wir zurückblicken und die Früchte unseres Lebens entdecken. Ich weiß, wovon ich schreibe, ich bin 76. 
Der Herbst gehört zu den farbenreichsten Jahreszeiten Ich bin in jedem Herbst eingeladen, die Buntheit des Lebens zu betrachten. Wobei mir im Herbst keine grellen Farben begegnen. Es sind eher milde Töne, die oft ineinander übergehen. Vielleicht bin ich als alter Mann deshalb auch in meinem Urteil der Welt und den Menschen gegenüber milder gestimmt.
Der Psychoanalytiker C.G. Jung hat geschrieben, dass ab der Lebensmitte nur derjenige wirklich lebendig bleibt, der auch bereit sei zu sterben. Wer sogar noch im Herbst seines Lebens seine Jugend krampfhaft festhalten will, lebt nicht nur gegen den Lebensrhythmus, sondern insgesamt gegen sein menschliches Wesen. 
Deshalb bin ich gerne alt und ziemlich dankbar für ziemlich viel Sonne. Alles Gottesgeschenke.

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Hans J. Geppert